iPassPro: Vom Digitalen Produktpass zur intelligenten Entscheidungshilfe

Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Produkte müssen künftig so entwickelt werden, dass sie langlebig, reparierbar, wiederverwendbar und recyclingfähig sind. Gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen, insbesondere durch den Digitalen Produktpass (DPP), der künftig Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg verfügbar machen soll. Im Projekt iPassPro wird der Digitale Produktpass zu einem intelligenten Werkzeug für das Engineering weiterentwickelt. Ziel ist es, Produkt-, Nutzungs- und Lebenszyklusdaten mithilfe von Künstlicher Intelligenz auszuwerten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse gezielt in die Produktentwicklung zurückzuführen. Dadurch sollen Unternehmen in die Lage versetzt werden, zirkuläre Produkte systematisch zu entwickeln und nachhaltige Geschäftsmodelle effizient umzusetzen.

Viele der für eine Kreislaufwirtschaft relevanten Informationen liegen heute bereits in Unternehmen vor, sind jedoch über verschiedene IT-Systeme, Abteilungen und Lebenszyklusphasen verteilt. Diese fehlende Durchgängigkeit erschwert die Umsetzung zirkulärer Produktkonzepte erheblich. iPassPro entwickelt deshalb einen intelligenten Produktpass, der Daten entlang des gesamten Produktlebenszyklus verknüpft und mithilfe eines „Circular Intelligence Hub“ nutzbar macht.

Produktdaten für zirkuläre Entscheidungen nutzen

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines intelligenten Produktpasses, der die Potenziale von Digitalen Produktpässen, semantischen Datenräumen und Künstlicher Intelligenz verbindet.

Unternehmen sollen dadurch Potenziale für Reparatur, Wiederverwendung, Remanufacturing und Recycling frühzeitig im Engineering identifizieren und regulatorische Anforderungen effizienter umsetzen können. Gleichzeitig sollen Produkt- und Nutzungsdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg ausgewertet werden, um daraus datenbasierte Handlungsempfehlungen für zirkuläre Produkte abzuleiten. Die gewonnenen Informationen können darüber hinaus die Grundlage für neue Services und Geschäftsmodelle rund um Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit bilden.

Im Ergebnis entsteht ein Demonstrator, der das Zusammenspiel von intelligentem Produktpass und Circular Intelligence Hub anhand konkreter Industrieanwendungen veranschaulicht und die praktische Umsetzung in Unternehmen unterstützt.

Welche Fragen iPassPro beantworten will

Im Mittelpunkt von iPassPro steht die Frage, wie Digitale Produktpässe den gesamten Produktlebenszyklus unterstützen können und welche Daten Unternehmen für ein zirkuläres Engineering benötigen. Dazu untersucht das Projekt, wie Informationen aus unterschiedlichen Engineering-, Produktions- und Nutzungssystemen zusammengeführt werden können.

Eine weitere zentrale Frage ist, welche Rolle Wissensgraphen, semantische Datenmodelle und Künstliche Intelligenz bei der Auswertung von Produktinformationen spielen können. Darauf aufbauend soll untersucht werden, wie Unternehmen automatisiert Handlungsempfehlungen erhalten können, um beispielsweise Ressourceneffizienz, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit ihrer Produkte zu verbessern.

Mehr als die Dokumentation von Produktinformationen

iPassPro geht über die reine Dokumentation von Produktinformationen hinaus. Während heutige Digitale Produktpässe primär Informationen bereitstellen, soll der intelligente Produktpass diese Daten aktiv nutzen, um Wissen zu generieren und Unternehmen konkrete Entscheidungsunterstützung zu bieten.

Dadurch entsteht ein intelligentes Assistenzsystem für die Entwicklung zirkulärer Produkte. Unternehmen profitieren von einer verbesserten Transparenz entlang des Produktlebenszyklus, einer effizienteren Umsetzung regulatorischer Anforderungen sowie neuen Möglichkeiten zur nachhaltigen Wertschöpfung.

Forschung und Industrie entwickeln gemeinsam

Das Projekt wird vom Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM koordiniert. Zum Konsortium gehören außerdem das Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, das Wuppertal Institut, die ConWeaver GmbH, die Spherity GmbH, CP Contech Electronic GmbH, die Böllhoff Gruppe und Herbert Kannegiesser GmbH.

Gemeinsam verbinden die Partner Kompetenzen aus Engineering, Kreislaufwirtschaft, Künstlicher Intelligenz, Datenmanagement und industrieller Anwendung.

iPassPro im it’s OWL Netzwerk

it’s OWL begleitet iPassPro als assoziierter Partner. Das Projekt verbindet Kreislaufwirtschaft, datenbasiertes Engineering und Künstliche Intelligenz und adressiert damit zentrale Themen für eine nachhaltige und digitale Wertschöpfung in der Industrie.