
Circular Economy: 80 % weniger CO₂ bei Weidmüller – ohne Mehrkosten?
Wie gelingt Kreislaufwirtschaft in der Industrie ganz konkret? In dieser Folge von Inside it’s OWL spricht Dr. Arno Kühn mit Mark Edler, Vice President Corporate Sustainability bei Weidmüller, über die praktische Umsetzung von Circular Economy im Unternehmen – und darüber, warum das Thema weit mehr ist als Recycling. Ausgangspunkt ist das it’s OWL Projekt DualStrat, in dem Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammen gedacht werden.
Im Mittelpunkt steht ein konkreter Praxisfall: Weidmüller ersetzt bei einem Produkt Neumaterial durch 100 % recycelten Kunststoff. Im Gespräch geht es um die typischen Vorbehalte gegen zirkuläre Produkte, um Qualität, Kosten, Rohstoffverfügbarkeit und die Frage, wie Unternehmen überhaupt sinnvoll in das Thema einsteigen können.
Mark Edler zeigt, warum viele vermeintliche Mythen in der Praxis nicht standhalten – und weshalb ein einfacher, wirtschaftlich tragfähiger Start oft sinnvoller ist als der große perfekte Masterplan. Besonders spannend: Laut Weidmüller kann der eingesetzte Recycling-Kunststoff in diesem Fall 80 % weniger CO₂ verursachen als Neumaterial – bei Kostengleichheit. Gleichzeitig wird deutlich, dass Circular Economy nicht nur ein Nachhaltigkeitsthema ist, sondern auch ein Hebel für Resilienz, Lieferkettenstabilität und strategische Unabhängigkeit.
Außerdem geht es in der Folge darum, welche Rolle Live-Daten, Prognosen und digitale Dashboards spielen, wenn Unternehmen Zirkularität nicht nur als Einzelprojekt, sondern als steuerbaren Prozess etablieren wollen. Genau hier setzt DualStrat an: Nachhaltigkeit soll nicht nur jährlich bewertet, sondern auf Basis aktueller Betriebsdaten aktiv gemanagt werden.
In dieser Folge erfährst du:
- warum Circular Economy in der Industrie oft an den falschen Stellen diskutiert wird
- wie Weidmüller mit eigenem Post-Industrial-Material gestartet ist
- weshalb Qualität und Wirtschaftlichkeit gemeinsam gedacht werden müssen
- welche Rolle CO₂, Rohstoffpreise und Versorgungssicherheit spielen
- wie Digitalisierung hilft, Zirkularität planbar und skalierbar zu machen