
Neue KI-Strategie, neue Verantwortung: it’s OWL stellt die Weichen für 2027
Zurück an einen Ort seiner frühen Geschichte: Im Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld, wo Akteur:innen von it’s OWL bereits in der Gründungsphase zusammenkamen, stellte das Netzwerk bei seiner Mitgliederversammlung die Weichen für 2027. Mit dem Projekt ENGAGE-KI soll die KI-gestützte Industrie zum nächsten strategischen Schwerpunkt von it’s OWL werden. Zugleich beraten die Mitglieder, wie die Zusammenarbeit im Netzwerk langfristig verlässlich getragen werden kann.
Der Ort der Versammlung steht sinnbildlich für das Prinzip, auf dem it’s OWL seit seiner Gründung aufbaut: Fortschritt entsteht, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen.
„Auch im Zeitalter von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz entstehen die besten Ideen dort, wo Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen persönlich zusammenkommen“, sagt Prof. Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität Bielefeld und Mitglied des it’s OWL Clusterboards.
Die vierte strategische Phase beginnt
Seit seiner Gründung hat sich it’s OWL kontinuierlich weiterentwickelt – von Intelligenten Technischen Systemen über die Digitalisierung industrieller Wertschöpfung bis zur Industrie.Zero-Strategie, die Digitalisierung und Nachhaltigkeit verbindet. Nun richtet das Netzwerk den Blick auf die nächste Entwicklungsstufe: die KI-gestützte Industrie.
Ausgangspunkt ist das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt ENGAGE-KI. Es soll Unternehmen dabei unterstützen, Künstliche Intelligenz schneller in Entwicklungs- und Engineeringprozesse zu integrieren. Zugleich dient das Projekt als Startpunkt für einen Strategieprozess, der die Ausrichtung von it’s OWL ab 2027 vorbereitet.

„Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr, ob Unternehmen Künstliche Intelligenz einsetzen. Entscheidend ist, ob sie verstehen, welche Infrastruktur, welche Daten und welche Kompetenzen sie brauchen, um damit langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Prof. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer der it’s OWL Clustermanagement GmbH und Direktor des Fraunhofer IEM.
Dabei geht es um mehr als einzelne Copiloten oder Pilotanwendungen. Das Spektrum reicht von KI-basiertem Daten- und Wissensmanagement über Agentensysteme bis zur physischen KI und humanoiden Robotik. Gemeinsam mit den Unternehmen will das Netzwerk klären, welche Anwendungen industriellen Nutzen schaffen, welche technologischen Grundlagen dafür erforderlich sind und wie sich Abhängigkeiten reduzieren lassen.
Handlungsfähigkeit langfristig sichern
Mit der strategischen Neuausrichtung verbindet das Netzwerk auch die Frage, wie seine Zusammenarbeit langfristig abgesichert werden kann. Die aktuelle Förderung des Clustermanagements durch das Land Nordrhein-Westfalen läuft bis Ende 2026, für 2027 wird ein weiterer Antrag vorbereitet.
„Eine leistungsfähige Innovationsstruktur entsteht nicht von allein. Wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region dauerhaft sichern wollen, müssen wir sie gemeinsam tragen und weiterentwickeln“, sagt Dr. Stefan Breit, Geschäftsführer Technik bei Miele & Cie. KG und Vorsitzender des it’s OWL Clusterboards.

Was die gemeinsame Struktur leisten soll
Forschungs- und Entwicklungsprojekte bleiben der Kern von it’s OWL. Sie werden jedoch zunehmend um dauerhaft nutzbare Qualifizierungsangebote, gemeinsame Lösungen und technische Infrastrukturen ergänzt.
Der Next Learning Hub bündelt bereits mehr als 65 Weiterbildungsangebote von über 15 Anbietern. Im Leistungszentrum Engineering Automation entsteht mit owlbench ein Open-Source-Angebot für KI-Benchmarking.
Wie eine gemeinsam nutzbare Infrastruktur aussehen kann, zeigt bereits die it’s OWL Initiative Stratosfare. Mehr als zwölf Unternehmen erproben dort gemeinsam humanoide Robotik, Simulation, Motion Capture sowie die dafür notwendige Hard- und Software. Weil viele Einsatzmöglichkeiten in Produktion und Logistik ähnlich sind, können Unternehmen Kosten teilen, Erfahrungen bündeln und schneller Kompetenzen aufbauen.
„Die Stärke von it’s OWL entsteht nicht durch einzelne Projekte, sondern dadurch, dass Unternehmen und Forschung ihr Wissen teilen und gemeinsam Innovation voranbringen“, sagt Günter Korder, Geschäftsführer der it’s OWL Clustermanagement GmbH.

Neue Impulse in einem Netzwerk im Wandel
Seit Juli 2025 haben sich sechs weitere Unternehmen it’s OWL angeschlossen. Mit Atos gewinnt das Netzwerk ein neues Kernunternehmen. Als Fördermitglieder kamen Reply, artist MesseService, myconsult, Terra Robotics sowie FMO – Veredelung von Kunststofferzeugnissen hinzu. Sie erweitern das Netzwerk um Kompetenzen in den Bereichen IT, Beratung, Robotik, Messebau und Kunststoffveredelung.
Das Netzwerk will die Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern weiter intensivieren. Persönliche Community-Gespräche sollen Bedarfe früher sichtbar machen und Unternehmen gezielter mit passenden Partnern und Angeboten verbinden.
Mit „Fördermitglieder im Fokus“ und dem neuen Netzwerkfrühstück „it’s OWL am Morgen“ entstehen zudem Formate, die den Austausch, die Sichtbarkeit und konkrete Anknüpfungspunkte für gemeinsame Aktivitäten stärken.

Vier neue Stimmen für das Clusterboard
Mit vier neuen kooptierten Mitgliedern stärkt das Clusterboard seine Expertise für die nächste strategische Phase. Einstimmig gewählt wurden Markus Fleuter von der GEA Separator Group, Hans-Georg Liemke von owl maschinenbau, Tobias Lüpfert von der ISRINGHAUSEN Group sowie Dr. Mareen Tack von WAGO.
Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden Anna Katharina Bölling, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Detmold, Prof. Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität Bielefeld, Norbert Gemmeke, Managing Director der HARTING AG und stellvertretender Vorsitzender des Clusterboards, Dr. Stefan Melchior, Geschäftsführer der Benteler Automobiltechnik GmbH, Thomas Spiering, Member of the Group Executive Board der CLAAS KGaA mbH, sowie Jörg Timmermann, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OstWestfalenLippe GmbH.
Beim Zukunftssummit am 1. Dezember will it’s OWL erste Ergebnisse aus ENGAGE-KI vorstellen und zeigen, wie die Strategie für die KI-gestützte Industrie ab 2027 konkret umgesetzt werden kann. Bis dahin soll auch die Frage geklärt werden, wie das Netzwerk seine Handlungsfähigkeit langfristig absichert.




















