
Vom Studium in die regionale Wirtschaft: Universität Paderborn und it’s OWL erleichtern internationalen Studierenden den Berufseinstieg
Internationale MINT-Studierende sind ein großes Fachkräftepotenzial für Ostwestfalen-Lippe, doch häufig gelingt es nicht, sie nach dem Studium in der Region zu halten. Die Universität Paderborn will das gemeinsam mit dem Technologie-Netzwerk it’s OWL und weiteren regionalen Partnern ändern. Mit der Initiative ‚MINTconnect2OWL‘ werden Studierende frühzeitig mit Arbeitgebern vernetzt und vom Studienstart bis zum Einstieg in den regionalen Arbeitsmarkt begleitet. Der Stifterverband fördert das Vorhaben im Programm ‚Leuchttürme MINTernational‘ und macht OWL damit zur Modellregion.
Zum Auftakt beleuchteten die beteiligten Partner:innen und Förderer gemeinsam den Status quo und die Perspektiven der Zusammenarbeit. Zu den Gästen gehörte Dr. Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft.
Zum Kernteam von ‚MINTconnect2OWL‘ gehören neben der Universität Paderborn mit dem Software Innovation Lab (SI-Lab) am SICP – Software Innovation Campus Paderborn, dem International Office und weiteren Bereichen die OstWestfalenLippe GmbH, die Agentur für Arbeit Paderborn, die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, die Techniker Krankenkasse, die it’s OWL Clustermanagement GmbH sowie Kreis, Stadt und Wirtschaftsförderung Paderborn.
Erprobte Angebote sollen internationale Talente in OWL halten
Gut ausgebildete Fachkräfte sind essenziell für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Internationale Studierende in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – spielen dabei eine wichtige Rolle. Doch auch in Ostwestfalen-Lippe, einer der stärksten Wirtschaftsregionen des Landes, gelingt es häufig nicht, diese Talente nach ihrem Studium in der Region zu halten.
Um das zu ändern, entwickeln die Kooperationspartner:innen gezielte Maßnahmen zur frühzeitigen Vernetzung mit regionalen Arbeitgeber:innen. Dafür steht ihnen ein breit gefächertes Netzwerk zur Verfügung. ‚MINTconnect2OWL‘ beruht auf einer etablierten Zusammenarbeit zwischen der Universität Paderborn und regionalen Partnerinstitutionen aus Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und Sozialversicherungsträgern.
„Wir können durch bereits erprobte Maßnahmen eine nachhaltige Anbindung an den heimischen Arbeitsmarkt erzielen. Dabei konzentrieren wir uns auf die besonderen regionalen Anforderungen und Gegebenheiten, um internationale Talente optimal auf den Einstieg in die lokale Arbeitswelt vorzubereiten“, erklärt Stefan Schwan, Leiter des International Office der Universität Paderborn.
Warum OWL zur Modellregion wird
Mit dem Programm ‚Leuchttürme MINTernational‘ fördert, vernetzt und begleitet der Stifterverband Regionen, die Synergien und vorbildhafte Formate der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit entwickeln.
Dr. Meyer-Guckel hält fest: „Die Universität Paderborn hat mit ihrer herausragenden Netzwerkarbeit und der engen Verzahnung von Hochschule, Beratungsangeboten und regionalen Partnern überzeugt. Besonders beeindruckend ist die konsequente Begleitung internationaler MINT-Studierender vom Studienstart bis zum Berufseinstieg. Deshalb ist die Universität zur Modell-Region des Förderprogramms ‚Leuchttürme MINTernational‘ gewählt worden. Der Wettbewerb ist Teil der Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes. Ziel ist, das Bildungssystem für eine Welt im Wandel so zu gestalten, dass schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen aus- und weitergebildet werden.“
„Das Modell schafft eine dauerhafte Infrastruktur, die internationale Expert:innen nicht nur anzieht, sondern langfristig an OWL bindet. Damit leisten wir einen Beitrag zur Zukunftssicherung für unseren Standort“, sagt Universitätspräsident und it’s OWL Clusterboardmitglied Prof. Dr. Matthias Bauer.
Vernetzung über den gesamten ‚Student-Lifecycle‘
Die Verantwortlichen wollen die Beratungs- und Onboarding-Prozesse durch ‚MINTconnect2OWL‘ künftig noch stärker auf den späteren Arbeitseinsatz zuschneiden. Bei der Umsetzung folgen die Verbundpartner:innen einer systematischen Vorgehensweise entlang des ‚Student-Lifecycle‘ – vom Studienstart bis zur Integration in den regionalen Arbeitsmarkt.
„Eines der wesentlichen Umsetzungselemente ist die frühzeitige Anbindung internationaler Studierender über z. B. Webinare, Praxisevents und Unternehmensvorstellungen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Sauer, Geschäftsführer vom SI-Lab.
Gerade in den Informatik- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen gebe es einen hohen Anteil internationaler Studierender, die ein großes Potenzial für die Unternehmen der Region bieten.
„Zudem werden Beratungs- und Kommunikationsangebote in einer mehrsprachigen digitalen Plattform, dem ‚Talent Hub OWL‘, gebündelt“, ergänzt Schwan. Die Techniker Krankenkasse wird über den Chatbot ’sayHELLO‘ eingebunden, um das digitale Onboarding internationaler Studierender im Hinblick auf Gesundheits- und Versicherungsfragen zu unterstützen.
MINT im Kontext gesellschaftlicher Verantwortung
Die Universität Paderborn verbindet Wissenschaft und Wirtschaft miteinander. Ein starkes Profil in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sorgt nicht nur für die Sicherung des MINT-Nachwuchses, sondern vereint exzellente Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Wissenschaft. So entsteht eine Brücke zwischen den klassischen MINT-Disziplinen und fachübergreifenden Fragestellungen.
Veranstaltungen wie die „Herbst-Uni“ zielen zudem darauf ab, Schüler:innen schon früh für MINT-Studiengänge zu begeistern. Ein weiteres Profilmerkmal ist die Verankerung von Nachhaltigkeit in der MINT-Forschung. MINT wird dabei nicht isoliert, sondern im Kontext gesellschaftlicher Verantwortung und zukunftsfähiger Entwicklung gedacht.