68 Trends und Technologien für mehr Nachhaltigkeit

Dass Nachhaltigkeit nicht mehr nur ein Thema für den jährlichen Nachhaltigkeitsbericht großer Unternehmen ist – das ist spätestens seit Bekanntwerden der neuen EU-Richtlinien kein Geheimnis mehr. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz CSRD, müssen viele Betriebe künftig eine ganze Reihe von Kennzahlen offenlegen, die zusammengerechnet messbar machen sollen wie nachhaltig dort gewirtschaftet wird. Zeit also, bisherige Strategien und Geschäftsmodelle neu zu denken und das Thema im Unternehmen zu verankern. Einen Überblick über 68 aktuelle Themen im Bereich Nachhaltigkeit bietet der Technologie- und Trendradar zur Nachhaltigkeitstransformation, den das Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL jetzt veröffentlicht hat.

„Die Entwicklung von nachhaltigen Strategien und Geschäftsmodellen ist auch für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend von zentraler Bedeutung. Das ergibt sich zum Beispiel durch neue Vorgaben, die unter anderem im Lieferkettengesetz festgelegt sind“, weiß Zentrumsleiterin Dr. Anke Ebrecht vom Fraunhofer IML. Auch für die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen sei das Thema Nachhaltigkeit schon heute ein Faktor, so Dr. Ebrecht weiter: „Wer zum Beispiel mit weniger Ressourcen- und Energieverbrauch effizient produzieren kann, kann bessere Preise machen – das schont die Umwelt und bietet Anreize für Kunden.“

Mit dem Technologie- und Trendradar will das Mittelstand-Digital Zentrum kleinen und mittleren Unternehmen beim Einstieg in das Thema helfen. Neben der Unterteilung in acht Bereiche – etwa Strategie & Organisation, Politik & Gesetze sowie Prozesse & Produktion – werden die 68 Trends jeweils in kurzen Texten beschrieben und auch in einem zeitlichen Horizont gruppiert. „So wollen wir nicht nur verdeutlichen, was, sondern auch wann etwas voraussichtlich auf die Unternehmen zukommt“, erklärt Dr. Ebrecht. „Viele Themen kommen gleichzeitig auf den Plan und müssen priorisiert werden. Mit dem Trendradar können Unternehmen abschätzen, welche Trends zukünftig für die Wettbewerbsfähigkeit ihres Betriebs von Bedeutung sind und wie sie Strategie, Geschäftsmodell und Prozesse verändern können.“

Bereits heute solle sich zum Beispiel jedes Unternehmen mit einer Nachhaltigkeitsstrategie beschäftigen. Diese Strategie beinhaltet einen Leitfaden, in dem Betriebe festlegen, wie und in welchen Bereichen sie nachhaltige Entwicklungen im Geschäftsablauf verankern. Zur Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie wird zunächst der Status Quo bestimmt, ein Zielbild identifiziert und eine Roadmap zur Erreichung dieses Zielbildes entwickelt und verfolgt. Ein eher langfristiger Trend ist hingegen die Kreislaufwirtschaft, in der bei jedem Produkt bereits bei seiner Entwicklung auch das Ende der Nutzungsdauer und das Recycling in die verbauten Rohstoffe mitgedacht wird. Daraus können dann mit deutlich weniger Abfall neue Produkte hergestellt werden, ohne das große Mengen neu abgebauter Rohstoffe in den Kreislauf zugeführt werden müssen.

Neben der Aufbereitung der Trends und Technologien bietet das Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL auch konkrete Unterstützung an. So arbeitet das Zentrum etwa mit dem mittelständischen Unternehmen CUNA Products GmbH aus Dortmund zusammen und zeigt in der Demonstrationsfabrik SmartFactoryOWL die Herstellung von biobasierten Trinkbechern aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Becher werden am Ende ihrer Lebensdauer vom Hersteller zurückgenommen, geschreddert und in neuen Produkten wiederverwendet – Trends, die sich unter den Stichworten „Nachhaltige Werkstoffe“ und „Zero Waste“ im Technologie- und Trendradar wiederfinden.

Für einen ganzheitlichen Ansatz wirbt auch das Projekt „Climate bOWL“, das im Rahmen des Technologieclusters it’s OWL mit mehreren Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe umgesetzt wird. Hier steht die systematische Ermittlung und Vermeidung von unnötigen Energie- und Materialverbräuchen im Vordergrund. Ein erster Schritt dafür ist die Entwicklung eines Trackingsystems für den individuellen CO2-Fußabdrucks eines Produktes. Als nächstes soll ein intelligentes Assistenzsystem aufgebaut werden, das auf Basis von Energie- und Stoffstromdaten automatisiert mit Unterstützung von Verfahren des maschinellen Lernens Treibhausgasemissionen ihren Verursachern zuordnet, daraus Effizienzpotenziale ableitet und das Vermeidungspotenzial bewertet. Wolfgang Marquardt, Prokurist der OstWestfalenLippe GmbH und Sprecher des Clusters, ist sich sicher: „So können Energie- und Materialkosten gesenkt und Emissionen vermieden werden. Das sind unmittelbare Wettbewerbsvorteile und wichtige Bausteine für die nachhaltige Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes – Nachmachen erwünscht.“

 

Hier können Sie den Technologie- und Trendradar zum Thema Nachhaltigkeit abrufen.

 

Über das Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL

Konkret, greifbar, machbar: Wir bringen die digitale Transformation in kleinen und mittleren Unternehmen anschaulich und bedarfsgerecht voran. Diesem Ziel haben sich fünf erfahrene und technologisch versierte Partner unter dem Dach des Mittelstand-Digital Zentrums Ruhr-OWL verschrieben. Unter Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz entsteht so ein starkes Netzwerk für den Mittelstand in Ruhr und OWL.

 

Partner des Mittelstand-Digital Zentrums für den Mittelstand in Ruhr-OWL sind:

Region Metropole Ruhr

  • Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
  • Digital Hub Management GmbH

Region OstWestfalenLippe

  • Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM
  • Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation IOSB-INA
  • OstWestfalenLippe GmbH

Das Mittelstand-Digital Netzwerk bietet mit den Mittelstand-Digital Zentren, der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft und Digital Jetzt umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung. Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von konkreten Praxisbeispielen und passgenauen, anbieterneutralen Angeboten zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ermöglicht die kostenfreie Nutzung und stellt finanzielle Zuschüsse bereit. Weitere Informationen unter www.mittelstand-digital-ruhr-owl.de.

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